Geschichte

Kurzporträt Aikido

Der Japaner Morihei Ueshiba (1883 bis 1969) ist der Begründer der Kampfkunst Aikido. Ueshiba trat 1903 in Osaka als Freiwilliger der japanischen Armee bei und nahm am Russisch-Japanischen Krieg teil (1904 bis 1905). Im Laufe der Jahre vor und nach dieser Phase studierte er alle traditionellen asiatischen Kampfkünste, darunter Judo, Jiu-Jitsu, Karate sowie Schwert- und Stockkampf. Aikido ist eine Synthese aus diesen Kampfkünsten und beinhaltet Elemente aus allen anderen Sparten.

Ueshiba befasste sich außerdem viele Jahre lang mit religiösen, spirituellen und philosophischen Fragen. Auf dieser Grundlage entwickelte er nach und nach seine eigene Kampfkunst: Aikido. In ihrem Zentrum steht nicht der zerstörerische Kampf, sondern ein Aspekt der Liebe, nämlich die Harmonie der Lebenskräfte.

Der Praktizierende, „Aikidoka“ genannt, muss im Verlauf des Trainings, aber auch im Verlauf seines Lebens bei sich selbst zu einer Harmonie von Körper und Geist gelangen. Aikido fordert diese Harmonie auch zwischen dem Aikidoka und seinen Mitmenschen, die grundsätzlich nicht als Feinde, sondern als Partner betrachtet werden. Auch gehört dazu, sich des Gleichklangs mit der ganzen Welt bewusst zu sein, der beispielsweise durch Meditation erfahrbar ist. Heute üben viele diese Kampfkunst nur als Sport aus. Aber ab einer gewissen Stufe der Fertigkeit kann sich der Praktizierende ohne eine zenartige Öffnung in Herz und Geist nicht weiterentwickeln.

Anders als zum Beispiel im Judo gibt es im Aikido keine Wettkämpfe. Doch wie in anderen japanischen Kampfkünsten gibt es Examen und Gradierungen. Diese dienen einem strukturierten Trainingsaufbau und sind auch ein Maß für die erreichte Entwicklungsstufe. Es bestehen sechs „Kyu“-Grade auf der Stufe „Schüler“, anschließend folgen zehn „Dan“-Grade auf Meisterstufe. Mit dem Erreichen des ersten Dan-Grades wird ein schwarzer Gürtel, im Aikido traditionsgemäß zusätzlich der schwarze Hakama (Hosenrock), getragen. Das Trainingslokal wird „Dojo“ genannt. Und der Boden ist wie im Judo mit Matten ausgelegt, die ein gefahrloses Fallen ermöglichen.